KMU.DIGITAL ist zurück – warum 2026 Klarheit wichtiger ist als…

KMU.DIGITAL ist zurück – warum 2026 Klarheit wichtiger ist als Investitionen

260112 kmu digital start 2026 mit analyse und strategie

KMU.DIGITAL ist zurück – warum Klarheit jetzt wichtiger ist als Investitionen?

In den letzten Jahren habe ich in vielen Gesprächen eines immer wieder gehört. Digitalisierung fühlt sich oft richtig an. Aber sie wirkt zu wenig.

Neue Software wird eingeführt, Prozesse werden angepasst, Tools kommen hinzu. Und trotzdem wird der Alltag komplexer statt einfacher. Mehr Abstimmung, mehr Abhängigkeiten, mehr Unsicherheit. Genau an diesem Punkt beginnt für mich die eigentliche Frage. Nicht, ob ein Unternehmen digitalisiert. Sondern ob das, was getan wird, wirklich entlastet.

Genau hier setzt KMU.DIGITAL wieder an. Wie auch im Kurier-Artikel vom 11. Jänner 2026 beschrieben wurde, wird die Förderinitiative von Wirtschaftskammer und Wirtschaftsministerium neu belebt. Und das aus gutem Grund. Denn KMU.DIGITAL ist heute mehr als ein Förderprogramm. Für mich ist es ein Instrument, um mit und für Kunden bessere Entscheidungen zu ermöglichen.

Warum KMU.DIGITAL seit 2024 so stark an Bedeutung gewinnt

Ich begleite KMU.DIGITAL seit 2017, war einer der ersten 15 Zertifizierten und einer von 3 Beratern, die alle Zertifizierungen gemacht hatten und sich jährlich rezertifizieren lassen. Mehr als 550 Projekte später zeigt sich für mich ein klares Bild.

Die Förderperiode, die 2024 gestartet ist, wird deutlich stärker nachgefragt als frühere. Nicht wegen der Fördersummen. Sondern wegen der Struktur.

KMU.DIGITAL zwingt Unternehmen heute dazu, zuerst zu verstehen. Dann fundiert und reflektiert zu entscheiden. Und erst danach wird investiert. Das fühlt sich für viele ungewohnt an. Aber genau dieser Schritt entscheidet darüber, ob Digitalisierung nur beschäftigt – oder wirklich wirken kann.

Der erste Schritt: Beratungsförderung – jetzt wieder aktiv

Seit dem 12. Jänner ist die Beratungsförderung wieder geöffnet und kann hier beantragt werden. Und aus meiner Sicht ist sie der wichtigste Teil des gesamten Programms. KMU.DIGITAL bietet hier zwei gleichwertige Zugänge. Einen klassischen Digitalisierungsfokus und eine eigene GREEN-Schiene, die zusätzlich den Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigt. In beiden Fällen stehen bis zu 3.000 Euro für Beratung zur Verfügung. Nutzt man beide Schienen sind es 6.000 € für Beratung und € 2.400 für die Analyse.

Entscheidend ist aber nicht die Summe. Entscheidend ist, wofür sie eingesetzt wird. Der klare Schwerpunkt liegt auf Analyse und Strategie. Die Analyse wird mit 80 Prozent gefördert. Die Strategieberatung mit 50 Prozent. Und genau darin liegt der eigentliche Hebel.

Analyse ist kein Pflichtpunkt – sie ist der Kern

Ich erlebe immer wieder, dass Unternehmen die Beratungsförderung vor allem als Vorbereitung für die spätere Umsetzungsförderung sehen. Frei nach dem Motto: Wir machen die Analyse, damit wir investieren können. Formal stimmt das. Inhaltlich greift es zu kurz.

Eine gute Analyse bringt Klarheit. Sie zeigt, wo Prozesse bremsen, wo Kommunikation hakt, wo Sicherheits- oder Datenfragen ungelöst sind. Sie macht sichtbar, warum bestimmte Themen immer wieder auftauchen. Und sie zeigt auch, wo gerade nicht investiert werden sollte.

Diese Offenheit für das Ergebnis ist entscheidend. Nicht jede Analyse führt zu einem Projekt. Aber jede gute Analyse verhindert teure Fehlentscheidungen.

Strategie bedeutet Fokus – nicht mehr Arbeit

Auf Basis der Analyse folgt, wenn sinnvoll, die Strategieberatung. Und dabei geht es nicht um Tool-Listen oder Trend-Diskussionen.

Strategie bedeutet für mich, gemeinsam ein klares Zielbild zu entwickeln. Zu klären, was wirklich entlastet. Was zum Unternehmen passt. Und was realistisch umsetzbar ist – mit den Menschen, die da sind, und den Ressourcen, die zur Verfügung stehen.

Mit der 50-prozentigen Förderung wird dieser Schritt leistbar. Vor allem aber wird er gemeinsam tragfähig. Denn gute Strategie entsteht nicht im stillen Kämmerlein. Sie braucht Reflexion in der Geschäftsführung, Dialog mit dem Team und den Mut, Prioritäten zu setzen.

Die Umsetzungsförderung folgt bewusst später

Ab Mai 2026 wird auch die Umsetzungsförderung wieder geöffnet. Sie unterstützt größere Investitionen in Hardware, Software und Lizenzen mit 30 %.

Dass diese Förderung zeitlich nachgelagert ist, ist aus meiner Sicht genau richtig. Die Trennung sorgt dafür, dass Analyse und Strategie nicht übersprungen werden. Und dass Investitionen auf einem soliden Fundament stehen – nicht auf Bauchgefühl oder Förderlogik.

Wann KMU.DIGITAL wirklich wirkt

Nach über 550 begleiteten Projekten sehe ich sehr klar, wann KMU.DIGITAL seine volle Wirkung entfaltet. Nämlich dann, wenn Unternehmen bereit sind, Ergebnisse zuzulassen. Wenn sie Digitalisierung nicht als reines Technikthema sehen, sondern als Führungs- und Teamaufgabe. Und wenn sie verstehen, dass Klarheit oft der größte Fortschritt ist.

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie wirkt dann, wenn sie Prozesse vereinfacht, Entscheidungen absichert und Menschen mitnimmt.

Ihr nächster sinnvoller Schritt

Die Beratungsförderung ist jetzt offen (hier die Anleitung zum Antrag). Die Umsetzungsförderung folgt im Mai.

Wenn Sie KMU.DIGITAL nicht einfach mitnehmen wollen, sondern gezielt nutzen möchten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Analyse und Strategie. Investitionen ergeben sich daraus – oder eben auch nicht. Beides kann ein gutes Ergebnis sein.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass dieses Thema gerade passt, dann lassen Sie uns darüber reden. Oft reicht ein kurzes Gespräch, um Klarheit zu schaffen.

Digitalisierung darf sich gut anfühlen. Sie sollte aber vor allem wirken.


Links/Shownotes: